In welcher Form gibt es Leinsamen?

Leinsamen können sowohl in ganzer, naturbelassener Form als auch geschrotet oder gemahlen (Leinsamenmehl) verarbeitet werden. Zunächst kurz zur Anwendung als gesamte, naturbelassene Saat: Diese kann z. B. als wertvolle Zutat in Müslis, als Basis für Vollkorngebäck und vieles mehr verwendet werden. Sie können die nussig-wohlschmeckenden Samen über fast jede Mahlzeit streuen und tun Ihrer Gesundheit somit immer etwas Gutes. Hier die weiteren Verwendungsformen von Leinsamen:

Leinsamen geschrotet

Wer Leinsamen nicht in ganzer Form verwenden möchte, erhält die wertvolle Saat auch in geschroteter Form. Das Schrot bildet eine wunderbare Grundlage für Brotteige, kann aber auch in Müslis und Süßspeisen gegeben werden. Mit Leinsamenschrot können Sie außerdem herzhafte Pfannkuchen und Süßspeisen aller Art zubereiten und verfeinern.

Eine Besonderheit in ganzen oder geschroteten Leinsamen sind die sogenannten Lignane. Es handelt sich dabei um sekundäre Pflanzenstoffe, die eine hohe antioxidative Wirkung besitzen und daher als Radikalfänger fungieren. Weiterhin verhindern Lignane die Bildung von Plaque in den Blutgefäßen. Somit senken sie den Cholesterinspiegel im Blut, was sich wiederum positiv bei Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems auswirkt. Diese Lignane befinden sich auf der Schale der Leinsamen, sie sind daher nur in ganzen und geschroteten Samen enthalten. Vorteil für geschrotete Leinsamen: Mit dem Prozess des Schrotens können die Lignane noch besser vom menschlichen Körper aufgenommen und verwertet werden. In Leinöl dagegen sind so gut wie keine Lignane enthalten, da die Faserstoffe bei der Herstellung des Öls abgetrennt werden. Daher werden vielen Leinölen im Nachhinein Lignane zugesetzt.

Übrigens: Lignane sind nicht nur erstklassige Radikalfänger, sie wirken sich auch auf den menschlichen Hormonspiegel aus und helfen hier, sowohl einen Mangel an Hormonen als auch einen Hormonüberschuss auszugleichen. Und das wirkt sich bei Männern und Frauen sehr positiv auf die Gesundheit aus – hormonell bedingte Krankheiten werden reduziert, die Fruchtbarkeit bei Frauen gefördert. Frauen, die regelmäßig Lignane zu sich nehmen, klagen seltener über Menstruationsprobleme und Wechseljahresbeschwerden. Männer hingegen haben weniger Probleme mit der Vergrößerung der Prostata.

Leinsamenmehl

Leinsamenmehl wird meist in entölter Form angeboten und entsteht bei der Leinölpressung. Dafür wird der entölte Presskuchen zu feinem Mehl vermahlen. Allerdings bezeichnet man auch gemahlene komplette Leinsamen als Leinsamenmehl, hier ist jedoch das natureigene Leinöl noch enthalten. Leinsamenmehl eignet sich sehr gut für schmackhafte Brote und als Grundlage für eine Low Carb Ernährung.

Leinöl

Leinöl wird beim Pressen der Leinsamen gewonnen und ist ein äußerst hochwertiges Nahrungsmittel. Es eignet sich sowohl für die Verwendung in der Küche als auch für Kosmetik, als Basis für Farben, als Konservierungsmittel und zur Herstellung von Biokraftstoffen. Leinöl ist reich an Omega 3 Fettsäuren und Omega 6 Fettsäuren.

Hinsichtlich der Herstellung unterscheidet man zwischen heiß gepresstem und kalt gepresstem Leinöl. Bei der Heißpressung werden die Samen zunächst zu Mehl gewalzt, dann mit heißem Wasser vermischt und anschließend so lange geknetet, bis eine feste Masse entstanden ist. Die Masse wird nun unter Rühren getrocknet und dabei geröstet, bevor sie mithilfe einer hydraulischen Presse ausgepresst wird. So kann aus insgesamt vier Kilogramm Leinsamen etwa ein Liter Öl hergestellt werden. Anschließend erhält man das sogenannte Rohleinöl, das vor der Verwendung – zumeist in Nahrungsmitteln – noch gefiltert und gereinigt werden muss. Beim kaltgepressten Leinöl dagegen werden die Leinsamen ohne vorherige Behandlung durch eine Schneckenpresse ausgepresst. Dabei entsteht ein geringerer Ölertrag, das Öl ist jedoch von hochwertiger Qualität, da bei der Herstellung Temperaturen von maximal 40 Grad erreicht werden und somit alle wertvollen Inhaltsstoffe komplett erhalten bleiben.